"Warum ich komponiere? -Ich liebe den Alltag“
Die musikalischen Arbeiten des Bildenden Künstlers William Engelen sind so eigenwillig, dass sie sich selbst dem inzwischen so vielgestaltigen Spektrum zeitgenössischen Komponierens nicht zuordnen lassen: Musiker spielen auf traditionellen Instrumenten im Park oder in verschiedenen Zimmern einer Wohnung. Ein Chor singt, es wird gepfiffen – von Menschen und von Vögeln. Aus einem großen Rohr ertönen Verdauungsgeräusche und auf einem großen Platz bilden religiöse Gesänge eine Klangskulptur.
Es ist Musik, die sich weniger durch ihre klanglichen Besonderheiten legitimiert als durch eine von Arbeit zu Arbeit variable Beziehung zwischen Visuellem, Raum und Akustischem. Ihre Präsentationsorte sind Parks, städtische Plätze, Handys, Silos und Museen. Es existieren Partituren, die aber nur selten Noten und andere Zeichen eines Kompositionssystems aufweisen.
Im künstlerischen Pendeln zwischen Bildender Kunst, Architektur und Musik, zwischen Ausstellung, Performance, Installation, Skulptur und Komposition entstehen temporäre musikalische Mischformen, die durch ihre Ortsgebundenheit nicht reproduzierbar sind. (Gisela Nauck)
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