„Zehn Gründe für das Komponieren: 1. Zeit strecken 2. Probleme suchen 3. Zahlenfetischismus 4. Irrsinn 5. Versprechungen 6. Zwangsneurose 7. Sex, geistige Getränke und geschmorte Gänseleber 8. zu nichts anderem taugen 9. eine „außergewöhnlich lustige Idee“ haben (frei nach Stockhausen) 10. Schlaflosigkeit“
Mayke Nas, geboren 1972 in Voorschoten (Niederlande), studierte Klavier und Komposition in Amsterdam, Tilburg, Den Haag und Melbourne. In ihren Kompositionen verlässt sie häufig den instrumentalen Rahmen und arbeitet auch mit Video, Text und choreographischen Elementen, etwa in I Delayed People's Flights By Walking Slowly In Narrow Hallways (2005) für die Slagwerkgroep Den Haag. Der Komposition liegt Peter Handkes Sprechstück „Selbstbezichtigung“ zugrunde, sie wird von vier Spielern auf vier Stühlen und vier live-elektronisch verstärkten Schultafeln aufgeführt.
Im dem Stück Anyone can do it (2006) für sechs völlig unvorbereitete Aufführende geht es unter Bezug auf ästhetische Konzepte des Fluxus (George Maciunas) um Publikumspartizipation. Den Spielern, unter ihnen auch zwei Personen aus dem Publikum, werden die zuvor unbekannte Spielanweisungen live per Computerbildschirm verabreicht.
Im April 2010 brachten die Neuen Vocalsolisten Stuttgart ihr Werk Filter or flip! zur Uraufführung, ein Stück, in welchem über 300 von der Komponistin in Zeitungen und im Internet gesammelte Anweisungen und Slogans („impératifs trouveés“) mit den unterschiedlichsten Registern stimmlicher Hervorbringung orchestriert werden.
Auftragswerke u.a. für Nieuw Ensemble, Asko-Ensemble, Schönberg-Ensemble, Ives-Ensemble, Slagwerkgroep Den Haag, das Concertgebouw-Orchester, Bl!ndman, die Neuen Vocalsolisten, Eighth Blackbird, Calefax. Ihr Stück (w)here für das Asko-Ensemble wurde 2003 mit dem Matthijs-Vermeulen-Förderpreis ausgezeichnet, 2005 erhielt sie den Anjer-Musikpreis für La Chocolatière Brûlée (Auftragswerk für das Nieuw Ensemble).
Mayke Nas ist 2011/2012 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.
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