„Ich kann mich den ganzen Tag mit Klängen beschäftigen, ohne mich zu langweilen. Es gefällt mir, Klangobjekte ins Spiel zu bringen und unmögliche Konstellationen zu schaffen. Und ich liebe es, der Logik zu widersprechen.“
Ana Maria Rodriguez studierte in Buenos Aires Geschichte und Philosophie sowie Klavier und Komposition. 1990 folgte sie einer Einladung an das Phonos Studio Barcelona, wo sie elektronische Musik und algorithmische Komposition am NeXt Computer studierte.
1993 nahm sie die Einladung der GMD St. Augustin - heute eine Abteilung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung - für die Entwicklung mehrerer Audio-Projekte im Fachbereich »Künstliche Intelligenz« an. 1996 zog sie nach Berlin.
Der Einfluss der Berliner Klangkunst- und Echtzeitmusikszene ist in ihren Werken deutlich zu spüren: viele ihrer Kompositionen beziehen den Raum als Parameter ein und/oder bieten den Musikern einen hohen Grad an Interpretationsmöglichkeiten. 1997/98 begann sie, kompositorische Ideen, ausformulierte Partituren mit installativen Präsentationsformen zu verbinden.
Sie arbeitet mit den bedeutendsten Vertretern der Berliner Echtzeitmusikszene wie Axel Dörner, Andrea Neuman, Annette Krebs und Alessandro Bosetti zusammen. Ihre letzten Arbeiten kreisen um einen neuen Schwerpunkt, der mit der Relation aus Poesie und Technologie beschrieben werden kann. Diese Beziehung meint nicht nur im konkreten Sinne die kompositorische Verwendung von Text, Poesie und literarischen Vorlagen, sondern im abstrakteren Feld das musikalische Nutzen der technologischen Mittel für einen in der Poesie angelegten Perspektivreichtum. Sie realisierte Projekte mit den Videokünstlern Melita Dahl, Andreas Köpnick, Steffi Weisman und dem Lyriker Ron Winkler.
2005 gründete sie das Ensemble "les femmes savantes", in dem sie mit Sabine Ercklentz, Hanna Hartman, Andrea Neumann und Ute Wassermann zusammen arbeitet. Ihre Kompositionen wurden auf internationalen Festivals wie Brückenmusik IV Köln, Donaueschinger Musiktagen 2001/2004, Transmediale Berlin, Musik des 20. Jahrhunderts Saarbrücken, MaerzMusik 2003 und 2004, Musique Action Vandoeuvre Nancy, Berlin - Buenos Aires, Wiener Festwochen, Wittener Tage für neue Kammermusik 2006, Kontraste Festival 2006 Österreich und Berlin in lights in der Carnegie Hall NYC 2008 vorgestellt.
Ana Maria Rodriguez ist mit zahlreichen Veröffentlichungen und Seminaren zum Thema “Musik und Technologie” hervorgetreten.
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