Modul 2: Workshop schreibwerkstatt
Themen:
Schreiben über neue Musik
Workshop I: Schreiben ist nicht schreiben – Medien, Formate, Adressaten
• Wen wollen wir erreichen?
• das Medium bestimmt den Text: Tageszeitung/Feuilleton, Fachzeitung, Bücher
• journalistisches und wissenschaftliches Schreiben
• Formate: Kritik, Porträt, Analyse, Reportage, Essay
• Vokabular und Stilistik
Praktische Übungen
Workshop II: Schreiben ist Reflexion, Annäherung, Deutung, Urteil – und Wahrhaftigkeit
• Was wollen, was können wir vermitteln?
• Was ist an Musik verbalisierbar?
• Gefahr von Hermeneutik
• Begrifflichkeit – Poesie
• die Kunst geeignete Formulierungen zu finden
• der Kontext von Musik
Praktische Übungen
Mentorin: Gisela Nauck
Moderieren neuer Musik
Muss man etwas zur Musik sagen, damit das Publikum besser zuhört, ein Werk besser "verstanden" werden kann? Worum geht es bei diesem "Verstehen" eigentlich?
Im Workshop werden anhand der Galerienwanderung von Kulturradio vom rbb und KNM Berlin Möglichkeiten aufgezeigt, neue Musik live im Konzert und im Hörfunk zu präsentieren. Es geht um die zentralen Fragen: "Wie werde ich dem Werk, dem Komponisten und dem Publikum gerecht?" und "Wie erarbeite ich meine persönliche Art, überzeugend zu moderieren?"
Mentorin: Margarete Zander
Vom Konzept zur Show
Zeitgenössische Musikproduktionen starten mit einer Idee, einem Betroffensein von künstlerischen Äußerungen und dem Wunsch, gesellschaftlichen Einfluss wahrzunehmen.
Der Weg von der persönlichen Idee bis zur Realisierung ist vielgestaltig: inhaltliches Konzept, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit und Controlling müssen miteinander verbunden werden.
Ausgehend von den „Klangmassagen“ des KNM Berlin vermittelt der workshop praxisnahes Wissen für konkretes Arbeiten am Projekt in oben genannten Bereichen. Er gibt Instrumente zur Antragstellung in die Hand und weist auf notwendige Schritte zur erfolgreichen Umsetzung einer Projektidee hin.
Workshop I
Vortrag und Diskussion: Thomas Bruns stellt die Entwicklung des Projekts KNM New Music Spa vor, das 2010 für das Radialsystem V produziert wurde und Grundlage für die Gestaltung des Spor Festival Aarhus 2011 wurde. Anhand einer Problemanalyse werden en detail folgende Themen diskutiert:
- Relevanz und Gestaltung des Konzepts in Hinsicht auf Inhalt, Netzwerkbildung, Adressat und Nachhaltigkeit.
- Strategien der Finanzierung und notwendige Instrumente.
Arbeitsgruppe: Barbara Gstaltmayr stellt grundlegende Methoden der Öffentlichkeits- und Pressearbeit vor, die im Zusammenhang mit der KNM New Music Spa diskutiert werden. Ausgehend von der praktischen Erfahrung eines Teilprojektes der KNM New Music Spa, den „Klangmassagen”, wird an Strategien zur weiteren Umsetzung dieses Projektes in den Themenkomplexen Konzept / Produktion / Öffentlichkeitsarbeit / PR gearbeitet und mit konkreten Aufgaben für den workshop II verbunden.
Workshop II – Arbeitsgruppe
Teil 1: Die Teilnehmer stellen ihre (Teil)Konzepte zur weiteren Produktion der „Klangmassagen“ der Gruppe vor.
Teil 2: Diskussion der einzelnen Beiträge, die von Thomas Bruns und Barbara Gstaltmayr moderiert wird.
Tei 3: Arbeit an einem gemeinsamen, praxistauglichem Konzept.
Mentoren: Thomas Bruns: Kuratieren, Produktion, Finanzierung & Barbara Gstaltmayr: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Produktion
Schreiben über neue Musik in einer Tageszeitung
Wer in Tageszeitungen über Neue Musik schreiben will, hat nicht selten mit Gegenwind zu rechnen. Obwohl es dort ein großes Interesse am Neuen gibt, muss sich die Berichterstattung über Neue Musik einerseits den Platz, der der sogenannten E-Musik zugewiesen ist, mit der ‚gewöhnlichen’ klassischen Musik teilen. Bei beiden Gegenständen sind die bekannten Probleme zu lösen, müssen Wörter für Klänge gefunden, soll zwischen Fach- und Umgangssprache ebenso wie zwischen Fach- und Publikumsdiskussion geschickt vermittelt und zugleich ein eigener, originaler Ton angeschlagen werden. Andererseits gilt es, sich einen Weg aus der Schwierigkeit zu bahnen, trotz der Hektik des Tageszeitungsgeschäfts genügend Zeit für die Recherche und das Nachdenken über eine Musik zu finden, die mitunter erst noch vor der Uraufführung steht. Für ein Porträt oder einen Vorbericht kann man sich Zeit nehmen. Aber was ist zu tun, wenn eine Partitur nicht zu bekommen ist, keine Generalprobe besucht werden kann, der Komponist oder die Komponistin nicht zum Gespräch bereitsteht – und nach dem Konzert trotzdem geschrieben werden muss? Im Workshop wollen wir konkrete Texte und Lösungsvorschläge diskutieren, eigene Schreibversuche unternehmen und uns über die Bedürfnisse der Leser austauschen, die Möglichkeiten der Autoren, die singulären Bedingungen beim Schreiben von Texten über Neue Musik und die vielfältigen Chancen, die gerade das Tageszeitungsgeschäft für die Berichterstattung bietet.
Mentorin: Christiane Tewinkel
Textformen in der Praxis: Programmheftbeiträge
Werktexte, Komponisten- und Interpretenbiografien sowie Interviews mit Komponisten und Interpreten sind das tägliche Brot im Konzertleben. Worauf kommt es dabei an? Welche Herausforderungen stellen sich bei der Vorbereitung, bei der Recherche, bei der Ausführung?
Mentor: Eckhard Weber